Schied setzen und führen

Alle Grossraumimker - ob Dadant, DN 1,5 oder Zadant - werden früher oder später mit dem Schied beginnen. Doch inzwischen kommen selbst DN-, Zander- und Langstroth-Imker in Versuchung, das Schied einmal auszuprobieren.

Das Schied ist eine mobile Trennwand, die von den Bienen oben und unten umlaufen werden kann. Bewährt hat sich dafür eine stabile, sich nicht verziehende Holzplatte oder Siebdruckplatte, die an einem Oberträger montiert wird.

Das Schied dient im Wesentlichen dazu, das Brutnest bereits früh im Jahr auf wenige Rähmchen zu begrenzen so dass es bestenfalls zu bis in den Ecken bebrüteten Waben führt. Dadurch fallen Futterkränze fast vollständig weg und die Nektartracht wird in die bereits frühzeitig aufgesetzten Honigräume umgelenkt. Neben einem höheren Ertrag hat das Schieden auch den Vorteil, dass die Durchsicht der Völker schneller geht - es sind ingesamt weniger Brutwaben pro Volk durchzuschauen.

Das funktioniert jedoch nur wenn man frühzeitig das Schied gibt.

Anfang bis Mitte März gegeben respektiert die Königin das Schied noch sofern man die rähmchenweise Erweiterung rechtzeitig und zurückhaltend praktiziert - später gegeben wird es dahingegen von der Königin umlaufen und ignoriert.

1. Setzen des Schiedes

Bei etwa 15 Grad und Sonnenschein ist dieser Eingriff in der ersten Märzhälfte machbar. Dabei darf keine Brutwabe hinter das Schied; die Waben vor dem Schied sollten Futter und vor allem Pollenvorräte aufweisen.

überwintertest Volk Ende Februar, ganz links das Schied - Bild: Melanie von Orlow
überwintertest Volk Ende Februar, ganz links das Schied - Bild: Melanie von Orlow
Öffnen der Wabengasse am Rand des Brutnestes - Bild: Melanie von Orlow
Öffnen der Wabengasse am Rand des Brutnestes - Bild: Melanie von Orlow
Prüfung der Ausdehnung des Brutnestes - BIld: Melanie von Orlow
Prüfung der Ausdehnung des Brutnestes - BIld: Melanie von Orlow
Umhängen des Schiedes (bei DN 1,5 hinter 2. bis 4. Wabe) - Bild: Melanie von Orlow
Umhängen des Schiedes (bei DN 1,5 hinter 2. bis 4. Wabe) - Bild: Melanie von Orlow
Fertig geschiedetes Volk - Bild: Melanie von Orlow
Umhängen des Schiedes (bei DN 1,5 hinter 2. bis 4. Wabe) - Bild: Melanie von Orlow

Futterwaben und Pollenreserven hinter dem Schied werden die Bienen selber umtragen und die Waben nach und nach leeren. Ein weiterer Vorteil ist, dass das Volk nun auf wenigen Waben dichter sitzt und damit Wärmehaushalt und Hygiene besser kontrollieren kann. Daher wird das Schieden auch bei z.B. an Durchfallerkrankung leidenden Völkern empfohlen.

2. Schied führen

Das Erweitern des Brutnestes vor dem Schied ist erforderlich, wenn die Waben zu mehr als 80% mit Brut belegt sind. Auch der Ausbau des Baurahmens mit Arbeiterinnenbrut ist ein Hinweis dass das Volk größere Brutflächen für die Arbeiterinnen braucht.

Hier kann erweitert werden - Bild: Melanie von Orlow
Hier kann erweitert werden - Bild: Melanie von Orlow

Zum Erweitern empfehlen sich komplett gefüllte Futterwaben - diese können nicht mehr mit Nektar/Pollen belegt werden. Spätestens zu diesem Zeitpunkt sollten Honigräume aufgesetzt werden um ausreichend Platz zu bieten. Außerdem können dann auch die Futterwaben hinter dem Schied entfernt werden.

Erweiterung mit vollen Futterwaben - Bild: Melanie von Orlow
Erweiterung mit vollen Futterwaben - Bild: Melanie von Orlow

 

 

 

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