Wolkenbildung im Wachs
"Wolkenbildung" in ausgebauter und bebrüteter Mittelwand - ein verläßliches Zeichen für Schadwachs?

Seit über einem Jahr hält ja der "Wachsskandal" Imker und Imkerinnen in Atem. Unter http://www.immenfreunde.de/docs/Symptome-Bienenwachs.pdf findet sich eine Beschreibung des Phänomens von einem der Betroffenen. Seither trudeln auch mehr und mehr Nachrichten ein, die die europaweite Verbreitung des Phänomens belegen.

Dabei hatte ich die Möglichkeit eines solchen Problems schon lange im Hinterkopf denn das muntere Handeln mit irgendwelchen aufgekauften Waben gefiel mir schon vor dem Hintergrund der AFB-Thematik nicht.

Daher bestelle ich schon seit 2010 und zuletzt 2016 meine Mittelwände nur über Dr. Wallner, der schon damals Mittelwände aus afrikanischem und damit sehr reinem Wachs herstellte. Allerdings wies die mitgelieferte Analytik nur die Freiheit von Varroaziden und Pestiziden nach...belegten aber die Wachsqualtität selber nicht. Zudem soll nun auch das Strecken afrikanischer Wachse nachgewiesen worden sein!

Es war daher nur logisch dass wir über die Anschaffung einer eigenen Mittelwandgussform durch den Imkerverein den geschlossenen Wachskreislauf ermöglichten - 2017 wurden bei mir die ersten eigenen Mittelwände eingesetzt.

Die im Rahmen der totalen Brutentnahme entfernten Waben waren unauffällig nämlich durchweg schwarz durchgebrütet. Aber nun beim Vereinigen einiger schwacher Völker wurden auch nur schwach bebrütete Futterwaben entnommen und da findet man schon das "Wolkenbild".

Aber ist das nun wirklich ein Wachsproblem? Oder sind es Zellen, die einfach zu Beginn der Nutzung mit Pollen oder anderer dauerhafter Belegung blockiert waren und dadurch nicht bestiftet wurden? So richtig eindeutig sind mir die ganzen Symsptome nicht - selbst "lückige Brutbilder" finden sich praktisch gelegentlich in jedem Volk, z.B. wenn es kurzzeitiges Verhonigen/Verpollen gab, eine Königin nicht mehr ganz fit ist oder das Volk während des Jahresausklangs mit abnehmender Eiablage Brutwaben in Lagerwaben umbaut.

Nun, ich werde dem Thema Aufmerksamkeit schenken und mir die Völker, die ja 2017 komplett auf neue Mittelwände gesetzt wurden, sehr genau auf diese Symptome anschauen. Außerdem werde ich bei dem geplanten Guss der neuen Mittelwände (etwa 100 sind geplant) das gesamte Wachs zusammen aufschmelzen und davon eine gut durchmischte Probe nehmen - denke an einen kleinen Eiswürfelbehälter aus Silikon. Die Würfelchen sollten nur wenige Gramm wiegen. Das werde ich dann auch mit der noch aufzureinigenden Charge so machen und auf diese Weise kann ich dann aus den einzelnen Wachschargen eine Gesamtprobe zusammen stellen für die ich dann eine Analyse anfordern kann.

Allerdings ist die nicht gerade preiswert...250 € und dann weiss ich auch nur ob Paraffine/ Stearine o.ä. das Problem sind. Denn es ist nicht auszuschließen, dass es noch ganz andere Stoffe gibt, die diese Probleme verursachen und auf die nicht untersucht wird - beim Weimarer Bienensymposium wurden u.a. Trennmittel in gewalzten MWs diskutiert. Da bereits sehr geringe Anteile an Schadwachs ein Problem sein sollen (5%) werde ich im Zweifel erstmal gegen die Angeklagten entscheiden und solche "Wolkenwaben" aussondern...für Kerzen sind sie gut genug. Allerdings habe ich bisher auch nur ein-zwei gefunden... und ich werde wieder ordentlich "Frischwachs" dazu geben denn der Naturbau in den Honigräumen wird wie üblich nun ausgebrochen. Nun sind so schön kalt und lassen sich fein zerkrümeln.

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