Nach den reichlich oberflächlichen Konferenzen des Vorjahres hatte man ja eigentlich von dieser Veranstaltung nicht viel erwartet - umso überraschender war es dann doch, dass viele der internationalen Gäste kein Blatt vor den Mund nahmen und nahezu in jedem Vortrag mehr oder minder deutlich die Rezeptur der notwendigen Trendwende herausdestilliert wurde.

So wurden Studien präsentiert, die zeigten, wie eine kleinteilige, strukturierte Landschaft mit Blühstreifen und Nisthilfen nicht nur Wildbienen und Hummeln unter die Arme greifen, sondern auch die Erträge für die Landwirte signifikant erhöhen da sich die Bestäubung verbessert. Es wurde der Bestäubernotstand und -bedarf thematisiert wie auch die besondere Tücke von Pestizid-Tankmischungen, die aus einem weniger schlimmen Gebräu ein wesentlich schlimmeres machen können. Interessant waren auch Untersuchungen zu den unterschiedlichen Entgiftungsmechanismen und die hohe Resilienz der Honigbienen - diese erschienen wesentlich robuster während vor allem Solitärbienen und Hummeln unter dieser Landwirtschaft leiden. In den Vorträgen wurde zwar auch deutlich dass die Ausbildung der Imker und die Bekämpfung der Varroa für das Wohlergehen der Honigbienenvölker sehr entscheidend ist - doch da gleichzeitig auch klar gestellt wurde, dass die empfindlicheren Wildbienen wesentlich bedeutsamer für die Bestäubung sind, ist wohl nun auch allen klar, dass die Landwirtschaft sich nicht mit Verweis auf die "dummen Imker" aus der Verantwortung stehlen kann.

Die Veranstaltung war hochkarätig besetzt und mit rund 475 TeilnehmerInnen auch gut besucht - das großzügige Ambiente, die kostenlose und damit niedrigschwellige Teilnahme erlaubte es auch ganz "normalen" Imkern, mit dabei zu sein...da kann man nur auf eine Fortsetzung hoffen!

Noch wichtiger ist es aber nun, dem Gesagten endlich auch Taten folgen zu lassen und da war man in den Augen mancher Naturschützer doch noch zu zaghaft. Denn die Zeit rennt davon; auch das wurde sehr dramatisch vor Augen geführt. Je länger man nun studiert, prüft und untersucht, desto weniger wird am Ende über bleiben, das man schützen kann.

Prof. Dr. Peter Neumann sagte am Ende, so eine Veranstaltung hätte es 2010 noch nicht in Deutschland geben können und da wäre das als "Orchideen-Fach" abgekanzelt worden - so hat sich einiges getan aber ähnlich zur Klimaerwärmung ist es zu wenig und zu langsam.

Umso eher ein Grund, sich an der EU-Umfrage zur Agrarförderung zu beteiligen!

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